ein augenzwinkernder Exkurs von Father Bull

Der interessierte Laie könnte meinen, diese Frage ist doch schnell beantwortet. Aber eben nur der!

Ich fische seit nunmehr über 50 Jahren. Mein erstes Messer und ganzer Stolz als kleiner Junge war ein Erbstück meines Vaters:

Ein Taschenmesser mit Säge!

Ihm gesellten sich im Laufe der Jahrzehnte weitere Messer mit den unterschiedlichsten Funktionen hinzu, sodass ich nunmehr auf eine stolze Sammlung von über 50 Messern blicken kann. Pro Angeljahr ein Messer!

Man stelle sich vor, mit dieser Sammlung von Messern ans Fischwasser aufzubrechen…

Ein abenteuerliches Unterfangen.

Vernünftigerweise muss man eine Auswahl treffen.

Vereinfacht gesehen lassen sich die abgebildeten Messer in zwei Kategorien einteilen.

1. Messer mit klappbarer Klinge

2. Messer mit feststehender Klinge

Messer beider Kategorien gibt es in unterschiedlichen Größen, Klingenlängen, Materialien und Preisen, was die Auswahl erschwert.

Bei der Wahl des perfekten Messers sollte man sich nach reiflicher Überlegung die folgenden Fragen beantworten:

1. Wozu benutze ich das Messer?

2. Wo benutze ich das Messer?

3. Welcher Preis ist akzeptabel für das Messer?

Die meisten der ersten Kategorie enthalten weitere Funktionsteile wie Säge, Dosenöffner, Korkenzieher und so weiter.

Messer mit feststehender Klinge sind vergleichbar mit historischen Waffen, die in der Wildnis auch vor wehrhaften Tieren schützen könnten.

Wir haben nach eingehender Prüfung eine Anzahl von Messern ausgewählt mit denen Fliegenfischer sicherlich in jeder Situation gut ausgerüstet sind.

Auf sogenannte Fischfiletiermesser haben wir bewusst verzichtet, da diese in Zeiten von restriktiven Entnahmeregelungen in vielen Ländern kaum noch zeitgemäß erscheinen und überdies kein universell einsetzbares Messer darstellen.

Auch für sogennante Survivalmesser besteht kein wirklicher Bedarf. Menschen die sich in die unberührte Wildnis begeben, haben zumeist noch ihre Schusswaffe dabei und sollten bei ihrem gewohnten funktionellen Jagd- und Angelmesser bleiben. Allenfalls kann auf ein sogenanntes Mini-Beil mit entsprechendem Zubehör als die zweckmäßigere Lösung verwiesen werden, wenn man schon vorbeugende Maßnahmen für eine Überlebenssituation treffen will. Wenn man sich mit einem Kanu in die Wildnis begibt ist eine Axt ohnehin ein Werkzeug, dass zur essentiellen Ausrüstung gehört.

Wolfgang Rausch und Wolf Borger empfehlen in Ihrem Buch „Das Messer-Waffe und Werkzeug“ (S.157) statt eines besonderen Survivalmessers die Mitnahme eines Mini-Beils samt eventuellem Zubehör, wenn man schon vorbeugende Maßnahmen für eine Überlebenssituation ergreifen will.

Treffen Sie ihre Wahl!

PS: Gestern sah ich an einem Flüsschen in der Nähe meiner Heimatstadt einen Fliegenfischer, mit einem Bowiemesser von respekteinflößender Länge.

Vielleicht hat er Angst vor wilden Tieren?!

Oder ist der Braunbär tatsächlich schon zurück in NRW?

The Reel Thing

Always Tight Lines!

Zur vertiefenden Lektüre empfehlen wir: Wolfgang Rausch/Wolf Borger: Das Messer, Waffe und Werkzeug, Motorbuch Verlag Stuttgart, 3. Auflage 1982